16. Jahresempfang der Ottensooser SPD

Ulrike Praß übergibt Blumenstrauß an Angelika Weikert

03. März 2017

Der SPD-Ortsverein Ottensoos lud nun bereits zum 16. Male zu seinem Jahresempfang in die Aula der Grundschule ein, um den Gästen wiederum ein entsprechendes Rahmenprogramm bieten zu können und natürlich zu einem Gedankenaustausch der Gäste.

Der Einladung gefolgt waren erfreulicher Weise viele Besucher aus Gesellschaft und Politik sowie Bürgerinnen und Bürger aus Ottensoos und Rüblanden.

Angelika Weikert kam für Arif Tasdelen.

Jahresempfang

Stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Praß begrüßte die anwesenden Gäste. Unter ihnen der ehemalige Bezirkstagsvizepräsident Fritz Körber mit seiner Gattin, Bürgermeister Klaus Falk, wie auch die Mitglieder des Ottensooser Gemeinderates quer über die Fraktionen. Darüber hinaus begrüßte Praß die erschienenen Vertreter der örtlichen Vereine und Verbände und der Feuerweh-ren Ottensoos und Rüblanden. Ebenfalls willkommen hieß sie Kreisrätin Elfi Beck und die Vertreter der Ortsvereine aus Lauf, Neunkirchen, Reichenschwand und Schnaittach.

Praß‘ besonderer Gruß galt natürlich der Hauptrednerin an diesem Abend, der SPD-Landtagsabgeordneten Angelika Weikert aus Nürnberg. Leider musste der angekündigte Abgeordne-te Arif Tasdelen kurzfristig aufgrund einer unaufschiebbaren Reise in die Türkei sein Kommen nach Ottensoos absagen. Der Besuch werde aber auf jeden Fall nachgeholt, so Tasdelen.

Jahresempfang_Release_II

Für den künstlerischen Rahmen sorgte die Atelier-Förderpreisträgerin Anna-Luise Oechsler aus Ottensoos mit der Ausstellung einiger Ihrer Werke, wie sie dann auch ein beeindruckendes Bild explizit vorstellte, das sie mit „Rot gewinnt“ betitelte und damit die Lacher auf ihrer Seite hatte.

Die musikalischen Akzente setzte Franz Stark und Hans Reinecke von „Tequila Sunrise“, die erstmals mit der Röthenbacher Hochzeitssängerin Donja Dotzler auftraten.

Ulrike Praß ging in ihrer Ansprache auf das vergangene Jahr 2016 ein, das turbulent endete, wie es auch begonnen hatte. Die bewegenden Ereignisse konfrontieren uns zurzeit mit einer neuen und ver-änderten Realität rund um den Globus, in Europa und somit auch in Deutschland. Besorgnis erregend nannte sie den Brexit, die durch Erdogan demontierten Freiheiten der Menschen und der Presse. Er begann mit der „Säuberung“ des Staatsapparates, nämlich ungeliebte Journalisten und die Oppositi-on einzusperren und somit auszuschalten. Der despotische Staatschef möchte ein Präsidialsystem einführen um noch mehr Macht an sich zu reißen.

In den USA hat ein Präsident Trump das Dekret „Amerika first“ erlassen und sofort skrupellos damit begonnen, umweltpolitische Entscheidungen, Sozialpolitik und die Gesundheitsvorsorge aufzukündi-gen und die Presse als „Fake-News“ zu betiteln. Praß weiter: „1933 sind in Deutschland auch schon einmal zu viele Menschen einem späteren Diktator auf den Leim gegangen“ und rief dazu auf, bei den 2017 anstehenden Wahlen einen Rechtsrutsch und somit eine AfD zu verhindern.

Praß reflektierte als Gemeinderätin auch noch auf die örtliche Politik und stellte fest, dass in Ottensoos eine sehr positive Entwicklung festzustellen ist, an der die SPD gerne weiter arbeiten möchte.

Bürgermeister Klaus Falk erwähnte ebenfalls die 2017 anstehenden Wahlen, die richtungsweisend sein können und schwer vorhersehbar sind. Menschen am Rande der Gesellschaft betrachten politi-sche und soziale Veränderungen leider nicht mehr aus einer sachlichen Perspektive, sondern aus bloßen Stimmungen heraus. Sie fühlen sich von der Politik jeglicher Coleur im Stich gelassen – und das Gefühl, dass die Regierenden oft selbst hilflos und handlungsunfähig dastehen – wächst. Da gewinnen schnell diejenigen die Oberhand, die einfache Lösungen versprechen.

Hier kann unsere Kommunalpolitik ein Stück weit entgegenwirken. Bürgermeister und Gemeinderäte müssen vermitteln, dass politische Spielräume tatsächlich existieren, argumentativ darum zu ringen, sollte selbstverständlich sein. „Gefragt ist bei allen verbesserungswürdigen Dingen immer ein positi-ver Blick nach vorne. Bleiben wir also zuversichtlich, denn die Zuversicht ist eine gute Kraftquelle“, so Falk.

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Die Landtagsabgeordnete Angelika Weikert erfährt eine optimistische Stimmung in der SPD und meint: „wir treten an, um wieder die stärkste politische Kraft in Deutschland zu werden und ab Sep-tember den Bundeskanzler zu stellen“.

Eigentlich geht es den Menschen ganz gut, aber die mittlere Generation (um die 50) macht sich Sor-gen um ihre Kinder, deren Studium und Ausbildung, als auch der eigenen Eltern, welche pflegebe-dürftig sind oder werden können. Deshalb müssen wir Sicherheit schaffen. Mit der Rentenreform und dem Mindestlohn wurde ein Anfang gemacht. Jeder muss seinen Beitrag zu Investitionen leisten. „Es kann nicht sein, dass normale Bürger mit ihren Steuern den Staat finanzieren und andere wiederum den Fiskus um Millionen prellen. Das Land, in dem ein Unternehmen seinen Profit macht, muss auch das Land sein, in dem es seine Steuern bezahlt“, so Weikert.

Ein weiteres Thema ist ein solidarisches Europa. In der Flüchtlingspolitik hat Deutschland die meiste Verantwortung übernommen. Das kann in Zukunft aber nur funktionieren, wenn alle Mitgliedsstaaten ihren Beitrag dazu leisten. Weikert fordert eine klare Haltung zu den Rechtspopulisten und Rechtsext-remisten und zitierte Martin Schulz: „wir wollen nicht, dass aus den Sorgen der Menschen Angst wird, aus der Rechtspopulisten dann wiederum Hass erzeugen. Hierbei ist die AfD auf keinen Fall eine politische Alternative“. Man müsse die Sorgen ernst nehmen – mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Zusammenhalt ist die Lösung und nicht der Slogan: „America first“ oder „Bayern zuerst“. Mit der SPD gibt es ein klares Nein an die Nationalisten, die Europa zerstören wollen! Ein starkes Europa ist des-halb im besten Deutschen Interesse.

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Am Ende des offiziellen Teils erhob man noch das Glas auf ein erfolgreiches Jahr 2017 und Ulrike Praß wünschte viele gute Gespräche, zu denen der Jahresempfang dienen soll und gab dann das abwechslungsreiche Büffet für die Gäste frei. Aufgrund interner und externer Terminüberschneidun-gen fand der Jahresempfang leider erst etwas später statt, den man 2018 jedoch wieder zeitnaher am Jahresanfang abhalten wolle.

Bericht: Franz Stark Fotos: Roland Praß

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